Bruno Cremer


Lange Zeit galt er unter den Maigrets als der Neue. Mittlerweile wurde er von einem Italiener ausgestochen. Wie Jean Richard hat auch Bruno Cremer das Problem, dass in Deutschland als Maigret nicht akzeptiert wurde.

In der Maigret-Filmographie von Bruno Cremer sticht ein einziger aus der Masse heraus: »Maigret in Finnland«. Was hatte er dort verloren? Die Frage lässt sich wohl nur in der Kooperation des französischen Senders mit einem finnländischen beantworten. Simenon ließ Maigret kaum so weit nördlich kommen.

Bruno Cremer ist der Nachfolger von Jean Richard als Maigret im französischen Fernsehen. Die erste Folge der neuen Reihe war 1991 auf Antenne 2 zu sehen. Später wurden die Maigret-Folgen dann auf France 2 in Frankreich ausgestrahlt (hin und wieder hat man heutzutage das Glück eine Folge bei TV5 [über Satellit] zu empfangen). Mittlerweile werden nicht nur Maigret-Romane und -Erzählungen in dieser Reihe verfilmt, sondern auch ausgewählte Non-Maigret-Erzählungen, wie zum Beispiel »Madame Quatre und ihre Kinder«.

Cremer ist kein ausgewiesener Fernsehschauspieler: Seine Wurzeln hat er sowohl im Film wie auch im Theater. Seine Filmographie liest sich beeindruckend; er stammt aus einer Garde mit Belmondo und Rochefort. Seinen ersten Auftritt im Film hatte er 1957 in dem Krimi »Quand la femme s’en mèle« [»Die Killer lassen bitten«], in dem unter anderem Alain Delon mitgespielt hatte. Das Nachschlagen in einem Filmlexikon (»Mit handwerklicher Brillanz und ironischen Zwischentönen inszenierte Gangstergeschichte.«) lässt den Schluss zu, dass es keine schlechte Wahl war. Über 40 Filme gehen auf das Konto Bruno Cremers, bevor er die Ablösung Jean Richards als Maigret stellte.

Nicht unerwähnt bleiben sollte seine stete Arbeit am Theater.

Bruno Cremer wurde am 6. Oktober 1929 in Saint-Mandé (Val-de-Marne). Im Jahre 2001 erschien seine Autobiographie »Un certain jeune homme«.