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Im Gespräch mit Simenon

Wie vor einiger Zeit schon berichtet wurde, existierte in Deutschland ein Monatsmagazin namens »Der Monat«, welches sich mit Politik und Kultur befasste. Im Heft 106, welches im Juli 1957 erschien, wurde ein Interview veröffentlicht, in dem Georges Simenon Auskunft über sein Schreiben gab. In dem einleitenden Text, der keine Rückschlüsse darauf zulässt, wer ihn verfasst hat, da der Autor nicht genannt wird, – heißt es:

Simenon, der Polygraph, hat sich im Laufe der Zeit nicht »ausgeschrieben«, sondern eher »eingeschrieben«.

Damit nimmt der Autor schon das zuvor, was später im Interview zwischen Carvel Collins und Georges Simenon besprochen wird. Simenon erzählt dem amerikanischen Literaturprofessor, dass er sich in seinem ganzen literarischen Leben um eine Reduktion bemüht hat. Dass er, wo es ging Adjektive und Adverbien gestrichen hat und das dieses Vorgehen ihm, wie wohl allseits bekannt, von seiner Mentorin Colette empfohlen wurde. Die dritte Phase der Entstehung eines Buches war dann auch nicht eine Verfeinerung des Stils gedacht, sondern Simenon beschäftigte sich damit, logische Unklarheiten zu beseitigen (zum Beispiels Namensverwechslungen) und überflüssige Worte zu streichen. Als Tipp für angehende Schriftstiller will Simenon dies nicht formulieren, da betont er, dass man die Schriftstellerei nicht als Beruf sondern als Berufung betrachten sollte.

Simenon erzählt in diesem Gespräch, dass er nicht in der Lage ist, mit Unterbrechungen während des Schreibprozesses fertig zu werden. Wenn er die Arbeit für mehr als 48 Stunden unterbrechen musst, sieht er sich gezwungen, die geschriebenen Kapitel wegzuschmeißen. Simenon wird von Collins gefragt, ob er jemals daran gedacht hätte, ein Werk zu diktieren. Simenon antwortet ihm auf diese Frage, dass er nicht im Traum daran denken würde dieses zu machen. Er sähe sich als Handwerker und hätte als solcher das Bedürfnis, mit den Händen zu arbeiten. Das Gespräch geht wandert über Kriminalfälle, die literarische verarbeitet geht, über russische Schriftsteller, bis hin zu der Frage, ob Simenon es jemals nötig befunden hätte, sich nach einer Kritik an seinem Werk, seinen Stil zu ändern:

Niemals. Ich weiß sehr genau, was ich will und gehe meinen Weg.

Dieses Interview erschien später nochmals in Buchform: Collins interviewte nicht nur Simenon sondern auch Schriftsteller wie William Faulkner, E.M. Forster, Alberto Moravia und Truman Capote. Unter dem Originaltitel »Writers at Work« (dt. »Wie sie schreiben«) wurden die Interviews veröffentlicht. In Deutschland erschien dieser Titel unter anderem im Siegfried Mohn Verlag (Gütersloh), im Deutschen Taschenbuchverlag und bei Rowohlt. Die Übersetzung in dem Buch unterscheidet sich erheblich von der, die in der Zeitschrift »Der Monat« erschienen ist.

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Rechtepoker

Vor sieben Jahren wurden die Rechte an Simenons Gesamtwerk an die Rechteverwerter-Firma Chorion mit Sitz in Großbritannien verkauft. Nun ist in verschiedenen Medien zu lesen, dass die Liaison zwischen Maigret und Miss Marple bald zu Ende sein könnte. Aber noch ist verdammt viel Konjunktiv dabei: Schließlich müssen die Besitzer auch verkaufen wollen. Die von der Gesellschaft betriebene Webseite maigret.com ist zumindest nicht mehr zu erreichen und bringt nur noch eine Statusseite des Webservers.
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Ein Herr ohne Kleingeld

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Maigret und sein größter Fall

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Claude Chabrol gestorben

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Bruno Cremer verstorben

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Erstellt: 10.08.2004

Letzte Änderung: 30.11.1999