Der Beginn eines neuen Simenon-Jahres


Die Weihnachtsfeiertage lassen sich wieder mit zwei Simenons verbringen: für Januar angekündigt, aber vor Weihnachten schon verfügbar sind »Bellas Tod« und »Brief an meinen Richter«. Die Übersetzungen beider Romane wurden für die vorliegenden Ausgaben überarbeitet. Interessant ist, dass Diogenes auch bei dieser Ausgabe der Richter-Geschichte auf die Übersetzung von Hansjürgen Wille und Barbara Klau zurückgreift.

Kurze Angabe zum Inhalt des Richter-Romans, der eigentlich eine Arzt-Geschichte ist: Mit der Arztpraxis bekam Alavoine die Tochter des alten Arztes dazu. Seine Mutter, mit der er bisher zusammengelebt hatte, war hocherfreut. Es war eigentlich mehr so, dass seine Mutter eine Tochter bekommen hätte, als er eine Frau. Trotzdem wird es eine traute Familie. Bis der Arzt eines Tages seinen Zug verpasst und eine Frau kennenlernt, die sein Leben komplett umkrempeln sollte – der Titel des Buches verheißt aber schon nichts Gutes.

Bellas Tod bringt Spencer Ashby aus dem Gleichgewicht: In Spencer Ashbys Haus wird Bella tot aufgefunden. Das Mädchen wurde von den Ashbys aufgenommen, weil die Mutter – eine Freundin von Christine Ashby – eine Reise unternommen hat. Der Einzige, der an diesem Abend im Haus war, war Spencer Ashby. Der will mit dem Mord an dem Mädchen nichts zu tun haben. Er hat viel Mühe, die Polizei und den Untersuchungsrichter davon zu überzeugen, dass er in seinem Zimmer gewesen war und gearbeitet hat. Der Mann muss aber nicht nur die staatlichen Organe überzeugen, nein, die Öffentlichkeit muss ihm auch glauben. Man kann wohl sagen, das Spencer Ashby ein Problem hat.