Ich bin auch noch bei Kapitel 3 ![]()
Bemerkenswert fand ich, im Hinblick auf den Schluss des Kapitel, zwei Sachen: Zum Einen die Sache mit dem Taschentuch. Ich fragte mich, wieder einmal wohl, was das denn solle und was er davon hat, dem Mädchen zu suggerieren, dass er noch im Zimmer wäre. Das Aha-Erlebnis kam erst, als sich Hire im Hof befand. Hier wurde ihm klar, dass er gar nicht so unsichtbar war, wie er immer gedacht hatte. Er konnte klar und deutlich sein Taschentuch sehen, wie es in die Nacht leuchtete. Vielleicht hätte sich ihm auch die Frage stellen sollen, wenn das Dienstmädchen mitbekommen hat, dass er dort immer guckte; wer hat es noch mitbekommen.
Wären die Umstände nicht, würde ich sagen, Hire hat sich einen schönen Tag gemacht. Er zog durch die Cafés und Bistros, so einen Tag hätte ich auch mal wieder gern. Unter der Woche aber bitte schön. Dumm nur, dass er weiß, dass er verfolgt wird. Ebenfalls unschön, dass er in einem der Bistros an anhand eines Zeitungsartikels erahnt, was der Grund für die Verfolgung sein könnte.
Erstklassig war die Beschreibung Hires im Laufhaus. Ich kannte den Begriff bis dato gar nicht und dann an einem Tag gleich zweimal. Erst im Buch und dann führte uns am Abend eine Umleitung (ja, wirklich!) durch das Kieler Rotlichtviertel (den einen kurzen Straßenzug) und an einem Haus prangte dieser Begriff auch. Da wusste ich Bescheid. Sonst hätte ich meine Frau fragen müssen… Aber die Beschreibung der Wärme, des Rituals des Badens und das sicher eher nicht ganz übliche Kuscheln - man konnte sich richtig hineinversetzen. Nur: Wenn die Herren vorher gebadet haben, was sicher hygienisch nicht zu beanstanden ist, haben sich die Frauen zu Hause beim Heimkommen nicht gewundert, dass die Herren so wunderbar dufteten?