erweiterte suche | abmelden | forum | impressum

   
4 von 4
4
Gemeinsames Lesen: Die Verlobung des Monsieur Hire
Geschrieben: 12. Juli 2011, 20:46 Uhr   [ Ignorieren ]   [ # 22 ]
Polizeihauptmeister
Avatar
RankRank
Total Beiträge  40
Beigetreten:
10. Mai 2006

Kapitel 7

Während M. Hire anfangs noch vom Selbstbewusstsein seines Bowling-Abends zehrt, wird dieses durch das beamtisch gründliche Verhör auch gleich wieder gründlich zerstört. Das Beleuchten, oder vielmehr Hervorzerren, seiner Vergangenheit und die nüchterne Betrachtung der Fakten duch einen Aussenstehenden bringen ihn etwas aus der Fassung. Man kann die beängstigende Wirkung schon verstehen. Würde man unser Leben rein aus einer dokumentarischen Anreihung von Fakten betrachten, würde es uns wohl ebenso verzerrt erscheinen. Ein schönes Detail ist, daß das Verhör am Quai des Orfevres stattfindet. Fast erwartet man schon einen gewissen brummigen Kommissar durch die Gänge kommen zu sehen smile
Sein Gefängnis-Aufenthalt wegen “Unzucht” lässt ihn ausserdem auch in keinem guten Licht erscheinen. Interessant, daß er von “jemandem im Hintergrund” spricht, der Kapital zur Verfügung gestellt hat, den er aber offensichtlich trotzdem nicht in die Sache verwickelt hat als er ins Gefängnis musste. Auch in diesem Verhör verpfeift er den Unbekannten nicht. Loyalität? Dankbarkeit? Andere Gründe?
M. Hire offenbar seine Pläne. Er will flüchten und hat scheinbar ein kleines Vermögen angespart. Wenn man seinen spartanischen bis armen Lebensstil bedenkt, fragt man sich was er damit wohl eines Tages vor hatte?

Profil
 
 
Geschrieben: 12. Juli 2011, 20:55 Uhr   [ Ignorieren ]   [ # 23 ]
Polizeihauptmeister
Avatar
RankRank
Total Beiträge  40
Beigetreten:
10. Mai 2006

Kapitel 8

Was hat das Mädchen vor? Wie vermutet, scheint sie M. Hire nur zu benutzen um ihren Mörder-Freund zu schützen. Geschickt horcht sie auch den Inspektor aus, indem sie ihm “Vertraulichkeiten” gestattet. Heute würde das unter sexuelle Belästigung fallen.
M. Hire bereitet seine Flucht vor. Sehr akribisch und auch geschickt plant er seine Abreise und schliesst gedanklich bereits mit seinem jetzigen Leben ab. Er besucht sogar noch sein Geburtshaus. So eine Sentimentalität wirkt bei ihm irgendwie seltsam. Sein Verhältnis zur Vergangenheit scheint sehr ambivalent zu sein.
Insgesamt ist M. Hire sehr sicher, daß das Mädchen mit ihm reisen wird. Das Drama scheint seinen Lauf zu nehmen.

Profil
 
 
Geschrieben: 12. Juli 2011, 21:04 Uhr   [ Ignorieren ]   [ # 24 ]
Polizeihauptmeister
Avatar
RankRank
Total Beiträge  40
Beigetreten:
10. Mai 2006

Kapitel 9

M. Hire hat alle ausgetrickst. Bei seiner akribischen Vorbereitung hat er seine Verhaftung wohl schon vorhergesehen. Wieder einmal düpiert er die Polizei. Wird es ihm wohl nützen? Das Kapitel ist von operativer Hektik seitens der Polizei geprägt. Irgendwie spürt man trotzdem einen gewissen Zweifel bei der Polizei. Man versichert sich bei der Conierge nochmal: “Entschuldigen Sie, Madame, Sie sind doch wirklich sicher, daß Sie in der Mordnacht für M. Hire einmal auf den Türöffner gedrückt haben? Denken Sie noch einmal nach. Es ist sehr wichtig.” Ihre Versicherung “Ich glaube, ich bin sicher” ist nicht gerade dazu angetan, ihrer Aussage glaubhaft zu machen.

Profil
 
 
Geschrieben: 13. Juli 2011, 21:00 Uhr   [ Ignorieren ]   [ # 25 ]
Polizeihauptmeister
Avatar
RankRank
Total Beiträge  40
Beigetreten:
10. Mai 2006

Kapitel 10

Alles scheint sich gegen M. Hire zu wenden. Nun findet der Kommissar auch noch die Handtasche der Ermordeten in seinem Zimmer. Jetzt erklärt sich welche Pläne das Dienstmädchen verfolgte, als sie Hire umgarnte und sich andingte, ihm im Haushalt zu helfen.
Währenddessen fühlt sich Hire bereits als verlobt. Was für eine bittere Geschichte.
Hire wartet nun vergeblich am Bahnhof auf seine “Verlobte”.
“Der Zeiger der Bahnhofsuhr rückte jede Minute mit einem kleinen Sprung nach vorne, wobei jedes Mal das Geräusch des Mechanismus zu hören war, der sich dabei in Gang setzte”. Wunderbar, wie das langsame Vergehen der Zeit geschildert wird. Vielleicht aber auch nur, weil ich mich noch an die Zeit erinnere als die Zeiger von Bahnhofsuhren mit einem Geräusch eine Minute nach vorne sprangen. Vielleich auch nur, weil Zeit damals noch da war. Heute spüre ich nur noch, wie sie weg ist…

Profil
 
 
Geschrieben: 13. Juli 2011, 21:13 Uhr   [ Ignorieren ]   [ # 26 ]
Polizeihauptmeister
Avatar
RankRank
Total Beiträge  40
Beigetreten:
10. Mai 2006

Kapitel 11
Das Buch endet mit einen doppelten “Cliffhanger”. Dem physischen von M. Hire und dem psychischen, dem ungewissen Ausgang für das Dienstmädchen und den Mörder. Wird M. Hires Brief die Sache noch aufklären? Wird er rehabilitiert werden? Es würde ihm nichts mehr nützen und selbst wenn er rehabilitiert würde, würde er im Gedächtnis der Leute wohl weiter der Mörder bleiben. Wo Rauch ist, muss schliesslich Feuer sein…

Profil
 
 
   
4 von 4
4