Salut miteinander,
nun geht es los. Ich habe das erste Kapitel absolviert und ich mal kurz meine Eindrücke wiedergeben.
Das erste Kapitel ist sehr, sehr faktenreich und zwar nicht nur, was den Fall angeht, sondern auch was Maigrets Gewohnheiten angeht.
- Maigret ist Vizepräsident des Polizisten-Hilfswerks
Dazu wurde er gewählt, wenn auch nur sehr unwillig. Er hatte diesen Posten nicht zum ersten Male inne. Es ergab sich nach so einer Versammlung aber immer die Gelegenheit, etwas trinken zu gehen.
- Die Tür wurde ihm von Madame Maigret geöffnet.
Hier wurde die Marotte klar geschildert. Maigret fing an, sich zwischem den zweiten und dritten Stockwerk auszukleiden, seinen Schlüsselbund hervorzuholen, obwohl ihm Madame Maigret die Tür aufmachte. Immer.
- Maigret hegte eine Abneigung gegen die Politik.
Ihm waren Fälle verhasst, die mit dem Politik oder Politikern zu tun hatten. Er zögert nicht, seine Abscheu darüber auch gegenüber einem hochrangigen Politiker zuzugeben.
- Madame Maigret hat großen Respekt vor Menschen
Man könnte nur festhalten, dass sie nur großen Respekt vor Politikern hat und sie sich gar nicht vorstellen konnte, dass dies ganz gewöhnliche Menschen waren, die zum Beispiel auch von einer Telefonzelle aus telefonieren konnten. Aber auch gegenüber anderen Menschen, jeglichem Besuch am Boulevard Richard-Lenoir trat sie sehr höflich und respektvoll auf. Man erinnere sich an den Samstagsklienten.
- Point
Der Minister wird als bäuerlicher Typ beschrieben, der Maigret ähnlich war. Der Mann stammte aus der Vendée und war im Parlament, weil die Bevölkerung damit seine Rolle im Widerstand würdigte. Das lässt den Schluss zu, dass dieser Roman nach dem zweiten Weltkrieg spielt. Jede sich bietende Gelegenheit nutzte der Politiker zur Flucht aus dem Alltag.
Womit wir bei der Geschichte wären.
Zur Glaubwürdigkeit: Ja, sehr gut vorstellbar. Was in die heutige Zeit nicht mehr passt, ist der schmierige Journalist, der ins Spiel gebracht wird und die Affäre anheizt. Solche Blättchen, die sich auf Erpressung spezialisiert haben (kommen in Simenons Werk ja häufiger vor - man erinnere sich an »Die letzten Tage eines armen Mannes«), gibt es heute nicht mehr - zumindest hat sich die Zielrichtung geändert. Es werden immer noch Skandale aufgedeckt, letztlich will man damit aber bei seinen Lesern profilieren und neue Leserschichten gewinnen. Das Ergebnis ist das Gleiche: Geld.
Es geht darum, dass es ein Gutachten gibt, welches Calame-Bericht genannt wird, in dem die Mängel an einem Jugend-Ferienheim aufgezählt werden. Gebaut wurde es trotzdem und dann kam es zur Katastrophe, bei dem es viele Tote gab. Der Bericht war aber vor dem Bau in den Archiven verschwunden und man wunderte sich sehr, dass er plötzlich wieder auftauchte, da er als verschwunden galt.
Point hatte ihn bekommen und ... er wurde ihm entwendet. Nun wendet er sich an Maigret, ohne - zumindest im ersten Kapitel - verlautbaren zu lassen, was er genau von Maigret möchte.
Es herrscht schlechtes Wetter und Maigret wird sich bewusst, dass er wie ein Privatdetektiv agieren muss.
Maigret läuft viel, fährt Bus - das er die Metro nimmt ist selten. Hier ist es der Fall.
Das erste Kapitel ist für meinen Geschmack sehr abrupt zu Ende, was sehr untypisch für Maigrets ist. Angefüttert bin ich, morgen geht’s weiter mit dem zweiten Kapitel.