Maigrets Memoiren

Wenn es etwas wie ein Lexikon über Maigrets gibt, dann ist es diese Erzählung. Hier räumt Maigret persönlich mit allen Ungereimtheiten auf, die uns Simenon über die Jahre mit seinen Meistererzählungen beschert hat. Leider wurden die Erzählung Anfang der fünfziger Jahre geschrieben und es blieben Simenon noch zwanzig Jahre Zeit, neue Verwirrungen zu schaffen. Er hat die Zeit auch reichlich genutzt.

Es ist und bleibt aber eines der besten Bücher, die Simenon uns hinterlassen hat. Der Schriftsteller hat erkannt, das Maigret schon zu dieser Zeit zu einem Mythos wurde und hat eine (Auto)Biographie verfasst, die mit dem Leben und Sein des Kommissars sehr ironisch umgeht.

Das Buch hat in dem Sinne keine Handlung, der Kommissar schreibt, so hat man das Gefühl, auch einfach drauf los. So wird auf den ersten Seiten beschrieben, wie er den jungen Schriftsteller kennenlernt, der ihn zu einer Romanfigur »verwursten« will. George Sim nennt er sich und hat im folgenden großen Erfolg mit seinen Büchern und macht den Namen Maigret weltbekannt.

Von diesem Thema schwenkt er zu den Ungereimtheiten, die der Kommissar in den Büchern entdeckt hat (denn er liest sie offenbar), um dann aus seiner Kindheit zu erzählen. Er berichtet ausführlich über das Schicksal seines Vaters, welches natürlich entscheidend auch sein Erwachsenwerden beeinflusst hat. Von dem beginnenden Studium über den Eintritt bei der Polizei bis hin zum Kennenlernen seiner Frau, wird jedes Thema ausführlich ausgeleuchtet.

Natürlich ist das Buch auch eine Sammlung von Geschichten, die der Kommissar erlebt hat und die in den Erzählungen Simenons nie Niederschlag gefunden haben.

Gibt es etwas, was man abschließend zu dem Buch schreiben könnte? Ja! Jeder Maigret Liebhaber muss das Buch gelesen haben.

fakten Fakten

Originaltitel:

Les Mémoires de Maigret

Entstehungsjahr:

1950 (September)

Erscheinungsjahr:

1951

Entstehungsort:

Lakeville

Verlag:

Presses de la Cité

Fuer die Ohren Für die Ohren

Maigrets Memoiren
1983 - BR
von Gerhard Aberle

fakten Bibliographie

7 Ausgaben - erste Ausgabe: 1963 - letzte Ausgabe: 2008

1963

Maigrets Memoiren
Kiepenheuer & Witsch (K73)
Übersetzung: Hansjürgen Wille/Barbara Klau

1972

Maigrets Memoiren
Heyne (K73)
Übersetzung: Hansjürgen Wille/Barbara Klau

1978

Maigrets Memoiren
Diogenes (detebe 155/VII)
Übersetzung: Roswitha Plancherel

1983

Maigrets Memoiren
Edito-Service
Übersetzung: Roswitha Plancherel

1990

Maigrets Memoiren
Diogenes (detebe 20507)
Übersetzung: Roswitha Plancherel

musterbild

2004

Maigrets Memoiren
Weltbild (18)
Übersetzung: Roswitha Plancherel

musterbild

2008

Maigrets Memoiren
Diogenes (detebe 23835 (MA 35))
Übersetzung: Roswitha Plancherel

fakten Dokumentinformation

Dokument erzeugt: 27.02.2008

Dokument geändert: 06.03.2010