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Saint-Fiacre

Für mich persönlich, der ich bis zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Kommentars ca. 25-30 Maigrets gelesen habe, einer der spannendsten - wenn nicht sogar DER spannendste (!) - der bislang von mir gelesenen Maigret-Romane. Insbesondere im letzten Drittel treibt Simenon die Spannung sukzessive voran, so dass man Mühe hat, in gleichem Tempo umzublättern. Recht originell ist das Szenario der Szene, in welcher der “Fall” aufgelöst wird, erinnert dieses doch eher an Krimis von Agatha Christie etc. (“alle in Frage kommenden Personen versammeln sich in einem Raum, um zu klären, wer es war”) - für die (mir bekannten) Maigret-Romane ist das hingegen eher untypisch. Möglicherweise ist es deshalb auch als Ironie des Autors zu verstehen, dass er während dieser Szene seinem Kommissar die Zügel, das Geschehen zu beeinflussen, zumindest zeitweise fast komplett aus der Hand nimmt.

Reizvoll ist an “Saint-Fiacre” überdies, dass man tatsächlich einmal etwas mehr über Maigret erfährt. Das Buch ist daher gerade _nicht_ als Einstiegslektüre in die Maigret-Welt zu empfehlen, denn wenn man zuvor bereits ein paar andere Maigrets gelesen hat, weiß man die Tatsache, dass Maigret hier an den Ort seiner Kindheit zurückkehrt (und angelegentlich der Wiederbegegnung mit Elementen seiner Kindheit das eine oder andere Mal ein wenig sentimental wird), umso mehr zu schätzen. wink

Saint-Fiacre am 22.12.2008

Silver

Da ich die “Affaire Saint-Fiacre” im Forum ja schon als Einstiegslektüre empfohlen habe, muss ich das natürlich kommentieren wink
Unter dem Aspekt des langsamen Kennenlernens einer Serienfigur hast Du natürlich Recht. Es ist für den “Fan” ein großes Vergnügen mit jedem Roman mehr und mehr hinter die persönliche Historie, Entwicklung und Psychologie des Protagonisten zu schauen und nicht sofort alles über ihn zu wissen.
Ansonsten gehört die “Affaire Saint-Fiacre” definitiv auch zu meinen persönlichen Favouriten.

Silver am 11.08.2009

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