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Saint-Fiacre

Atmosphärisch dicht, bestechend, eindringlich.

Die nüchterne, nicht romantisierende Milieubeschreibung - wortkarge Leute, entbehrungsreiches Landleben -, die atmosphärische Dichte sowie die ruhige Entwicklung der Geschichte machen dieses Buch zu einem ebenso eindringlichen wie herausragenden Werk unter Simenons so genannten “Non-Maigrets”.

Geärgert habe ich mich über den Text auf dem Rückumschlag meiner 2001er Diogenes Ausgabe (den ich - glücklicherweise! - erst dann zur Kenntnis genommen habe, nachdem ich die letzte Seite gelesen hatte), da dieser viel zu viel vorweg nimmt. Wer dieses Buch verschenken möchte, ist gut beraten damit, zuvor den Rückumschlagtext zuzukleben. Ich persönlich fand gerade die Tatsache ungemein spannend, bis zuletzt nicht absehen zu können, wie Etienne sich verhalten wird.

Letztlich ist der letzte Satz des Rückumschlagstextes (“tödliche Rache” etc.) insofern nur ärgerlich, da hier offensichtlich wird, dass dieser Text vor allem fürs Verkaufen verfasst ist und offenbar der Verlag selbst Simenon nach wie vor als einen Autor betrachtet, der neben Krimis halt noch ein paar andere Sachen verfasst hat—was Simenon - und insbesondere seinem “Nicht-Maigret”-Werk - meines Erachtens überhaupt nicht gerecht wird. Die Geschichte als reine “Tödliche-Rache-Geschichte” auszuweisen einer Verramschung dieses herausragenden Buches mit seiner herausragenden Figuren- und Milieuzeichnung gleich.

Saint-Fiacre am 11.12.2008

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