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L'affaire Saint-Fiacre

1959 (Frankreich)
[Maigret kennt kein Erbarmen]

»Ein anregender kriminalistischer Denksport, zwar nicht ohne Längen und Klischees, doch überwiegend das Musterbeispiel eines filmisch erzählten Kriminalromans alten Stils. Auch darstellerisch bemerkenswert.« Kabel1-Filmlexikon

Hamburger Abendblatt vom 11. Juni 1960
Die Ausgangsposition für Kommissar Maigret ist denkbar ungünstig. Den Tod der gräfin, zu deren Schutz er aufs Schloss gekommen ist, kann er nicht verhindern. Seine Gefühlsbeteiligung an dem "Fall" lässt überdies Zweifel an seiner Objektivität aufkommen. Aber durch diese künlich erzeugte Voreingenommenheit (der Simenon-Leser kennt diese psychologischen Tricks des Autors) ist der Zuschauer als Zeuge des Geschehens ebenso belastet wie beteiligt. Er kombiniert selbständig und urteilt vorschnell: Die Atmosphäre wird sozusagen durch gedankliche Fehlzündungen ständig mit Spannungen aufgeladen. Die allzu oft im Bild erscheinende aufgebahrte Leiche der Ermordeten färbt jedoch die Stimmung in schwärzestes Moll. Regisseur Jean Delannoy lässt daher sehr gedämpft und ohne jede Hast spielen. Die Jagd nach dem Mörder ohne Waffe findet im Trauermarschtempo statt, das der massiven Gestalt Jean Gabins angepass ist. Er aber ist es auch, der das Tempo der Dialoge ankurbelt und durch genau dosierte optische Schaltpausen steuert. Und hier wiederum, wo es um Pointen und erhellende Gedankenblitze geht, ist er stets der Schnellste. neben Gabin geben Michel Auclair (Graf), Robert Hirsch (Sekretär) und Michel Vitold (Priester) die drei wichtigsten Figuren in diesem überkonstruierten kriminalistischen Schachspiel ab, das den Zuschauer auch ohne Nervenkitzel bis zur letzten Minute in Atem hält.

Mannheimer Morgen vom 11. Oktober 1984
Unter den Kommissaren der Kriminalliteratur hat sein Name einen guten Klang. Hut und Pfeife vergisst er nicht, wenn er auf Verbrecherjagd geht. Und dazu braucht er keinen Assistenten, keinen Polizeiapparat. Auch dieses Mal nicht, als er zu jenem Schloss gerufen wird, in dem er einst als Sohn des Verwalters seine Jugend verbrachte. Tatenlos muss er mit ansehen, wie die Gräfin der Tod ereilt; das Verbrechen an ihr wird er selbstverständlich sühen, indem er den Schuldigen überführt. Es ist die klassische Variante des »Who done it«, die hier dem Geschehen Spannung verleiht. Regisseur Jean Dellannoys Film lebt von der schauspielerischen Leistung Jean Gabins. Der illusionslose, abgeklärte Maigret, der die Kleinbürger beim tödlichen Falschspielen entlarft - es ist dies ein frostiges Geschäft, das die schmucklosen Schwarzweiß-Bilder gelegentlich sehr prägnant suggerieren. Doch allzu sehr konzentrierte sich die Handlung auf den wirkungsvollen Abgesang: Am Ende sind die Akteure gemeinsam auf der Bühne versammelt und für den Schuldigen schnappt die Falle zu. Wie in allen Filmen oder Romane, die nach dem Prinzip »Der Gärtner ist der Mörder« konstruiert sind, bleibt sleten mehr als ein Aha-Effekt übrig. Maigret kann seine Koffer packen. Voilà! Das ist es dann gewesen.

Regisseur:

Jean Delannoy

Drehbuch:

Jean Delannoy, R. M. Arlaud, Alan Jouvet

Kamera:

Louis Page

Musik:

Jean Prodromides

Darsteller

Michel Auclair

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Graf Saint-Fiacre

Jean Gabin

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Maigret

Gabrielle Fontan

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Marie-Tatin

Paul Frankeur

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Doktor Bouchardon

Camille Guerini

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Mr. Gautier

Robert Hirsch

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Lucien Sabatier

Evelyne Istria

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Rolande

Jacques Marin

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Albert

Jacques Morel

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Rechtsanwalt Mauleon

Armande Navarre

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Myriam

Serge Rousseau

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Emile Gautier

Valentine Tessier

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Gräfin Saint-Fiacre

Helene Tossy

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Mdm Gautier

Michel Vitold

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Pfarrer