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Little Samuel auf Tahiti

Als sich der große Samuel eine Yacht gekauft hatte, und sich damit auf den Weg machte, begleitet von den Großen und Schönen der Welt, tat es ihm der New Yorker Schneider gleich. Er kaufte sich eine sehr, sehr schöne Yacht und ließ sich von einer europäischen Crew umherschiffen, alles unter dem Kommando eines Holländers: für den kleinen Samuel waren die Holländer die besten Seeleute. Nun lag er hier vor Tahiti mit seiner Yacht, aber von den Großen, Reichen und Schönen war an Bord seines Schiffes nichts zu sehen: er hatte alte Kumpel aus seiner Heimat mitgenommen und spielte mit diesen den ganzen Tag Karten.

Abbildungen zu »Little Samuel auf Tahiti« (insgesamt: 1)
Die beiden Alten in Cherbourg - Diogenes (detebe 21943) - 1990

»Sagen Sie mir Bescheid, wenn das Kreuz des Südens zu sehen ist!«
Und eines Abends, als sie wie an jedem Abend im Rauchsalon Karten gespielt hatten,hatte ihn Oostings durch den Stewart benachrichtigen lassen. Er war gekommen und hatte etwas gehumpelt. Er hatte Plattfüße und noch dazu sehr empfindliche.
»Wo ist es?«
Der Kapitän hatte auf eine Sternengruppe am Himmel gewiesen.
Little Samuel hatte sie mit nachdenklicher Miene betrachtet und sich dann zu Oostings gewandt. Auf seinem Gesicht hatte ein Ausdruck von Misstrauen und Geringschätzung gestanden.
»Na gut!« hatte er bemerkt und war zu seinen Freunden zurückgegangen.

Ein, so findet nicht nur Kapitän Oostings, mehr als absonderliches Verhalten. Die Schrullen nehmen noch zu, als dass sich der Schneider weigert, in den Hafen einzufahren. Das Wasser war Little Samuel zu schmutzig, das ganze Ambiente war ihm nichts. Er blieb lieber vor dem Hafen liegen und vertrieb sich die Zeit mit seinen Freunden an Bord: Geschichten erzählen, rauchen, dass einem kaum noch Sauerstoff blieb, und Karten spielen - das alles konnte Little Samuel erfreuen. Nicht zu vergessen die Klimaanlage, mit der man die Temperatur auf das Feinste steuern konnte. Eine großartige Erfindung und der reiche Schneider aus New York war stetig damit beschäftigt, an dieser Apparatur herumzuregeln, mal auf zwanzig Grad, mal auf geradezu arktische Temperaturen.

Die Bevölkerung im Hafen rätselte, warum die schöne Yacht nicht einlief in den Hafen, und der Gouverneur durfte sich fragen, warum der Besitzer der Yacht seine Einladung zu einer Party ablehnte. Das passierte ihm nicht oft. Aber das war es nicht, was Little Samuel interessierte.

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fakten Fakten

Originaltitel:

Little Samuel à Tahiti

Entstehungsjahr:

1939

Erscheinungsjahr:

1960

Verlag:

Presses de la Cité

nicht so fernNicht so fern...

Paradiesische Zustände

Im Tahiti der dreißiger Jahre war die Welt noch in Ordnung. Mit wenig Geld konnte man sich in einem Paradies niederlassen und das Leben in der freien Natur genießen. Die Aussteiger der Welt ließen sich auf der traumhaften Welt nieder und sangen »Pour la vie«.

 

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Kapitän Oostings hatte vor mehr als einer Viertelstunde mit dem Stewart telefoniert - es gab in allen Kabinen Telefon -:
»Sie können dem Chef Bescheid sagen, Tahiti ist in Sicht.«

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Eine Ausgabe

Little Samuel auf Tahiti / Diogenes

1990

Little Samuel auf Tahiti
in »Die beiden Alten in Cherbourg«
Diogenes (detebe 21943)
Übersetzung: Inge Giese