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Der Tod des Mannes will Maigret nicht in den Kopf. Arme Leute werden nicht ermordet…
Zumindest nicht auf die Art und Weise. Maurice Tremblet zog sich aus, wollte zu Bett gehen. Seine Frau lag schon im Bett, als sie eine Fehlzündung hörte. Diese Fehlzündung brachte ihren Mann dazu, Verdammt! zu sagen. Kurz darauf war er tot und die Frau schrie.
Normalerweise – Entschuldigung für die lapidare Ausdrucksweise – bringen sich die armen Leute gegenseitig um. Gelegenheiten dafür sind Ehestreitigkeiten oder Kneipenschlägereien. Mord aus niederen Motiven ist eher selten anzutreffen, die Hauptmotivationskraft fehlt: Geld. Warum, fragt sich Maigret, hat man Monsieur Tremblet umgebracht. Ehemann einer Frau, die drei Kinder auf die Welt brachte, der kaum ausging und abends gern mit einem Buch im Sessel vor dem Radio saß.
Arme Leute werden nicht ermordet…
Was dann kommt, erinnert an die Erzählung »Maigret und der Mann auf der Bank«. Maigret sucht den Arbeitgeber Tremblets auf und muss erfahren, dass nicht nur die Namensgründer der Firma verschieden sind, sondern auch, dass Tremblet seit sieben Jahren in der Firma nicht mehr beschäftigt war. Wie beim Mann auf der Bank hat Tremblet das seiner Familie verschwiegen und es sieben Jahre geschafft, soviel Geld heranzuschaffen, dass die Familie überlebte. Wie?
Der Frage geht Maigret mit einem komischen Gefühl im Magen nach. Dabei trifft er auf einen Händler, der Tremblet häufig Sittiche verkauft hat und einen, der mit Tremblet vormittags Billiard spielte.
Fakten
Originaltitel: | On ne tue pas les pauvres types |
Entstehungsjahr: | 1946 (15. August) |
Erscheinungsjahr: | |
Entstehungsort: | St. Andrews |
Verlag: | Presses de la Cité |
Cinema & TV
Non si uccidono i poveri diavoli
1966 - Italien
ein Film von
mit Gino Cervi [Maigret]
Maigret voit double
2000 - Frankreich
ein Film von François Luciani
mit Bruno Cremer [Maigret]
Für die Ohren
Ein armes Schwein bringt man nicht um
1953 - RB [Teil 1]
von
Verschlagwortet
Arme Leute werden nicht ermordet…
Zehnmal, ja zwanzigmal in den letzten zwei Stunden war Maigret dieser blödsinnige Satz durch den Kopf gegangen, etwa so, wie einem der Refrain eines Liedes, das man einmal wer weiß wo gehört hat, plötzlich nicht mehr aus dem Sinn geht. Er war schon fast davon besessen, murmelte ihn manchmal auch halblaut vor sich hin oder wandelte ihn so ab:
»Einen Mann in Hemdsärmeln ermordet man nicht…«
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Keine herausragende Maigret Geschichte, nicht besonders spannend aber interessant geschrieben. Relativ unbedeutende Erzählung. stephan am 14.01.2004 |
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Ist doch eigentlich ein recht interessanter Gedanke, den Simenon in dieser Erzählung verfolgt. Ich betrachte sie als Vorbereitung für »Maigret und der Mann auf der Bank«, in dem es auch ein Mann gelingt, seiner Familie ein gänzlich falsches Leben vorzuspielen. Selbige fällt auch darauf herein. Eigentlich doch ein Zeichen dafür, wie es Menschen gelingt, selbst nahestehenden, geliebten Menschen etwas vorzumachen und das Gegenüber sich auf dieses Vorspielen einlässt. Oliver Hahn am 09.05.2009 |
3 Ausgaben - erste Ausgabe: 1975 - letzte Ausgabe: 2009
![]() | 1975 Arme Leute tötet man nicht |
1989 Man tötet arme Leute nicht |
![]() | 2009 Man tötet arme Leute nicht |
Sämtliche Maigret-Geschichten
Diogenes
Gebundene Ausgabe
1072 Seiten
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