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Der Baron an der Schleuse oder Die Kreuzfahrt der »Potam«

Für die Pferde war es wahrscheinlich nicht so das Tolle. Aber diese Vorstellung von kleinen Flüssen, auf den Lastkähne unterwegs sind, die von Pferden gezogen wurden, neben dem Pferd immer jemand, der dafür sorgte, dass das Pferd nicht allzu häufig auf die Idee kam, zu grasen, das alles klingt irgendwie idyllisch. Aber wie gesagt, man will nicht der Gaul sein.

Abbildungen zu »Der Baron an der Schleuse oder Die Kreuzfahrt der »Potam«« (insgesamt: 1)
Emil und sein Schiff - Diogenes (detebe 21318)

Mit einer solchen Treidler-Szene fängt die Erzählung mit dem endlosen Titel an. Sie, die Erzählung, ist allerdings, gemessen an ihrem Titel, eher klein. Der Baron wird einfach nur so genannt und er ist auf einer Kreuzfahrt, zusammen mit dem seiner Yacht. Der Baron ist normalerweise damit beschäftigt, irgendwelche Kleidungsmuster abzuliefern und bekommt dafür ein geringes Salär. Aber einmal hat er den großen Coup gestartet: er hat eine Immobilie vermittelt und dafür gab es Geld ohne Ende. Oder besser gesagt: es sollte Geld ohne Ende geben. Eine Anzahlung war die Yacht, mit der er jetzt von Paris zum Mittelmeer unterwegs war, es gab aber ein Problem, das Geld, welches auch noch kommen sollte, kam nicht. Und so saß der Baron mit seine Freundin jetzt an dieser Schleuse fest.

Irgendwie schon unangenehm, auch für die Freundin…

»Nun?« fragte eine Stimme, als er auf den Kai sprang.
Er stieg hinunter, ohne ein Wort zu sagen. Lola hatte ihren blauen Morgenrock, den sie sonst den ganzen Tag lang nicht auszog, gegen ein marineblaues seidenes Schneiderkostüm eingetauscht.
»Warum hast du dich angezogen?«
»Gehen wir nicht essen?«
»Die Anweisung ist nicht eingetroffen.«

Da haben die beiden so ein Schiff und können sich nicht mal etwas zu Essen leisten. Das fällt natürlich auch den Dorfbewohnern auf, die, wenn sie es nicht selber bemerkt haben, dann von der Postbeamtin erfahren haben dürften. Denn der Baron steht mehrmals am Tag bei ihr am Schalter und fragt nach einer Postanweisung. Die aber für ihn nie kommt. Seine Telegramme haben nichts gefruchtet. Und als dann mal eines kam, stand in diesem nur drin, dass man es sehr bedauere, aber das Geschäft habe sich verzögert und das Geld könne noch nicht überwiesen werden.

Nicht sehr hilfreich, wenn man Hunger hat. So gehen Lola und der Baron unterschiedliche Wege, um ihren Appetit zu stillen. Wege, die sie trennen.

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fakten Fakten

Originaltitel:

Le baron de l'écluse ou la crosière du »Potam«

Entstehungsjahr:

1940

Erscheinungsjahr:

1954

Entstehungsort:

Nieul-sur-Mer

Verlag:

Gallimard

cinema und tv Cinema & TV

Le Baron de l'écluse
[Ein Herr ohne Kleingeld]
1960 - Frankreich
ein Film von Jean Delannoy
produziert von Jean-Paul Guibert
mit Jean Desailly [Maurice Montbernon],
Jean Gabin [Baron Jérôme Napoléon Antoine],
Micheline Presle [Perle Germain-Joubert]

nicht so fernNicht so fern...

Ein Herr ohne Kleingeld

Eine echte Neuigkeit ist es eigentlich nicht, denn die DVD, die jetzt erst auf meinem Radar erschien, wurde schon 2008 veröffentlicht. Aber das soll nicht verhindern, dass hier der Jean-Gabin-Film »Ein Herr ohne Kleingeld« hier noch einmal erwähnt wird. Es ist anzunehmen, dass ich nicht der Einzige bin, dem das entgangen ist.

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Soeben hatte ein Pferdeschleppkahn flussaufwärts die Schleuse verlassen. Er war keine fünfzig Meter weit gekommen, als das Pferd bereits vom grauen Dunst verschluckt wurde, ebenso wie das junge Mädchen mit dem Regenschirm, das es führte, und auch der Flusskahn wurde verschwommen wie eine verwackelte Fotographie. Diesmal lag es aber nicht am Nebel, sondern am Regen. Der Schleusenwärter in dem Kapuzenmantel passte auf, dass seine Eisenstange nicht in den Schlamm sank, und ging dann zu Maria hinein.

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Eine Ausgabe

Der Baron an der Schleuse oder Die Kreuzfahrt der »Potam« / Diogenes

1992

Der Baron an der Schleuse oder Die Kreuzfahrt der »Potam«
in »Emil und sein Schiff«
Diogenes (detebe 21318)
Übersetzung: Angela von Hagen