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Das Restaurant an der Place des Ternes

Die kleine Geschichte hat einen Untertitel. Der lautet: »Eine Weihnachtsgeschichte für Erwachsene«. Das stimmt, ein Kind würde diese Geschichte sicher nicht verstehen. Ein Erwachsener liest sie mit einem gewissen Erstaunen und fragt sich anfangs, was denn daran weihnachtlich sein soll.

Es beginnt in einem kleinen Restaurant, an dem im Titel besagten Platz. Es ist Heiliger Abend und der Wirt ist eigentlich darauf aus, Feierabend zu machen. Er gibt das seinen Gästen, darunter zwei Stammgästen, auch einigermaßen deutlich zu verstehen. Stühle werden hochgestellt, es wird aufgefegt, die Sachen vom Tisch geräumt, ohne zu fragen, ob man noch etwas bestellen möchte – typische Zeichen also. Albert, der Kellner, dreht um kurz vor neun noch eine kleine Runde und schenkt jedem der drei Gäste einen Armagnac ein.

Abbildungen zu »Das Restaurant an der Place des Ternes« (insgesamt: 2)
Nicht schon wieder Weihnachten! - Diogenes - 2009 Sieben Kreuzchen in einem Notizbuch - Diogenes-Ausgabe von 1992

»Kein Grund, ihnen nichts zu geben, nur weil sie die letzten sind«, brummelte Albert, als er das Tablett hinübertrug.

Als Gäste waren noch die große Jeanne anwesend, ein junges Mädchen und ein Mann. Während sich die beiden Damen für den »Abflug« bereit machten (die große Jeanne hatte nicht vor, heute ihrem Gewerbe nachzugehen), entschloß sich der männliche Gast für den finalen Abgang und erschoss sich.

Das ist überhaupt nicht weihnachtlich, allerdings, und das wurde uns von Lecœr in der anderen Weihnachtsgeschichte schon bestätigt, ist der Heilige Abend für die Polizei deshalb hochaufregend, weil es überall Menschen gibt, die ihrem Leben ein Ende setzen wollen. Nach einem kurzen Verhör werden aber alle entlassen und können sich nach Hause begeben.

Sowohl das junge Mädchen wie auch die große Jeanne haben überhaupt gar keinen Anlass, nach Hause zugen – da wartet niemand auf sie. So irrt das junge Mädchen durch die Straßen, auf der Suche nach einem Restaurant, wo es den Abend verbringen kann (was schwierig ist, weil die Restaruants die geöffnet haben, alles ausgebucht sind), die große Jeanne hinterher, da sie einen gewissen Beschützerdrang entwickelt hat.

Wie sie das jungen Mädchen beschützt, ist allerdings nicht ganz nach dem Kopf des jungen Mädchens. Die große Jeanne muss sich für ihre gute Tat schon ordentlich ins Zeug legen.

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fakten Fakten

Originaltitel:

Le petit restaurant des Ternes

Entstehungsjahr:

1947 (20. November)

Erscheinungsjahr:

1950

Entstehungsort:

Tucson

Verlag:

Presses de la Cité

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Die schwarz umrandete Uhr, die schon seit Menschengedenken über den Ablagefächern mit den Servietten hing, zeigte vier Minuten vor neun. Der Reklamekalender hinter der Kasse, knapp über dem Kopf von Madame Bouchet, der Kassiererin, gab an, dass man den 24. Dezember schrieb.

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2 Ausgaben - erste Ausgabe: 1992 - letzte Ausgabe: 2009

Das Restaurant an der Place des Ternes / Diogenes

1992

Das Restaurant an der Place des Ternes
in »Sieben Kreuzchen in einem Notizbuch«
Diogenes (detebe 22559)
Übersetzung: Günter Seib

Das Restaurant an der Place des Ternes / Diogenes

2009

Das Restaurant an der Place des Ternes
in »Nicht schon wieder Weihnachten!«
Diogenes (detebe 24020)
Übersetzung: Michael Mosblech